Regressive Gruppendynamik in Organisationen

Workshop von Dr. med. Rudolf Heltzel im Rahmen der
Psychodynamische Tage auf Langeoog „Phantasie und Realität“, 2017

Die Phänomene, die ich heute mit Ihnen besprechen will, betreffen Erlebnis- und Kommunikationsweisen in Gruppen und Organisationen, wie sie unter bestimmten Bedingungen – zumindest zeitweise – unvermeidlich sind. Die Rede ist von Regressionsphänomenen, worunter Zustände verstanden werden, die als „irrationale“ Verfassungen verstanden werden können: Aus Gründen der Angstbewältigung und der Bewältigung von massivem Streß geraten die Gruppenmitglieder in Haltungen, die ihrem eigentlichen „Reifestand“ nicht entsprechen. Sie reagieren und kommunizieren auf eine ursprüngliche, archaische Weise, die sie eigentlich längst hinter sich gelassen haben, die sie aber als Gruppe wieder wachrufen (außerhalb der Gruppe und unabhängig von ihr verhalten sich die Gruppenmitglieder „rational“, erwachsen, verantwortlich, besonnen, souverän, aufgabenbezogen usw.). Die Regression kann vorübergehend sein und zurück genommen werden, wenn die Ausgangsbedingungen sich wieder ändern oder wenn die Gruppe in der Lage ist, die Beschaffenheit ihrer Situation gemeinsam zu reflektieren. Ist dies nicht der Fall, kann die Regression dauerhaft sein, was schließlich zu einer ernsten Beeinträchtigung sowohl der Effizienz in der Aufgabenerfüllung, als auch im Befinden der Beteiligten führt („organisationaler Burnout“)... [mehr]