Übertragungen am Arbeitsplatz

Workshop von Dr. med. Rudolf Heltzel im Rahmen der
Psychodynamische Tage auf Langeoog „Phantasie und Realität“, 2017

Übertragungen als Manifestationen unbewusster Zustände und Repräsentanzen in aktuellen Beziehungen spielen in allen menschlichen Beziehungen eine Rolle. In der psychoanalytischen Theorie werden sie als „spontane“ (weil nicht systematisch geförderte) Übertragungen oder als „Außenübertragungen“ (weil außerhalb des analytischen Prozesses verortet) beschrieben. Am Arbeitsplatz, in der Regel also in Organisationen, sind Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse ubiquitär. Wenn wir diese Prozesse als Beraterinnen und Berater beobachten, ist es zunächst hilfreich, sich an der klassischen Sichtweise Freuds zu orientieren: Übertragungen treten als lebensgeschichtlich vertraute, aber heute unpassende, unangemessene Einstellungen und Phantasien in Erscheinung. Unter ihrem Einfluss wird die objektive Realität projektiv mehr oder weniger verzerrt (Freuds „falsche Verknüpfung“). Wir bewegen uns also wieder innerhalb der Themenstellung dieser Tagungswoche: „Phantasie und Realität“...[mehr]